FC Köln U21 gegen RWE – Kommentar von Hürthi

Die Fakten:
Endergebnis:0:2
Halbzeit : 0:1

Tore: 0:1 Harenbrock (31.), 0:2 Pröger (90.)
Zuschauer: 600

Aufstellung.: Lenz – Becker, Meier, Zeiger – Malura, Brauer, Baier, Unzola – Pröger (90. Tomiak), Bednarski (89. Jansen), Harenbrock (80. Lucas).

 

Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel zwischen der U 21 des 1. FC Köln und Rot-Weiss Essen, so die einhellige Meinung der Kölner Verantwortlichen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Wenn, ja wenn da nicht die Szene in der 31. Minute gewesen wäre, als Harenbrock einen zu kurzen Rückpass eines Kölner Abwehrspielers zu dessen Torwart erlief und den Ball gekonnt und abgeklärt mit links an diesem vorbei ins Tor spitzelte.

Doch nun der Reihe nach. RWE fand auf dem sehr gut bespielbaren Hybridrasen des Kölner Franz-Kremer-Stadions sehr schwer oder besser gesagt so gut wie gar nicht ins Spiel. Die Kölner standen sehr hoch und liefen die Ballführenenden untentwegt an, so dass sich kein geordnetes Aufbauspiel von Rot-Weiss entwickeln konnte. Und wenn im Mittelfeld der Ball erobert wurde, fehlten in der Offensive, wo Harenbrock als einzige Spitze sich ein Fleißkärtchen für Laufarbeit verdiente, Anspielstationen.

Die offensiven Außenbahnspieler Pröger und Bednarski mussten extrem viel defensiv arbeiten, und ihre defensiven Partner Malura und Unzola konnten sich andererseits nicht ins Offensvspiel einschalten, so dass letztlich in der Abwehr eine Fünferkette auf einer Linie agierte (agieren = Agis Art des Fußballs, die Erklärung, weil Happo sagte, ich soll keine Fremdwörter benutzen).

Zum Glück waren die jungen Geißböcke auch nicht sonderlich torgefährlich. Lediglich bei einer gefährlichen Direktabnahme des Kölners Ratifo kurz vor dem Halbzeitpfiff musste der über 90 Minuten sehr sichere Torwart Lenz sein ganzen Können aufbieten, um die knappe und glückliche Führung – RWE hatte nicht einen  gekonnten Angriff gezeigt – in die Halbzeit zu retten.

Nach der Pause wurde das Spiel etwas verteilter, weil sich den Roten einige Räume boten, die aber auch nicht konsequent genutzt wurden. Köln entwickelt bei einigen Standards aus den Halbpositionen Torgefahr, wo ja bekanntlich immer einer reinrutschen kann. Auffällig am Essener Spiel, dass offensichtlich  „Ballermann“ Roy Pröger als Einziger die Lizenz zum Torschuss hatte. Er ballerte aus allen Lagen und Entfernungen, traf Kopf und Körper der Kölner und in der 72. Minute mit einem sehenswerten 20-m-Schuss das Kreuzeck des Kölner Tores, bevor er in der Schlussminute Laux in einem Laufduell davonsprintete und aus halbrechter Position flach vollstreckte.

Über 90 Minuten konnte RWE das Spiel nicht geordnet aufbauen, die wenigen Standards blieben wirkungslos, weil Kevin Grund – ich oute mich als Fan – mit seiner Ballfertigkeit an allen Ecken (im wahrsten Sinne des Wortes) und Enden fehlte.

Nicht nur in der zweiten Hälfte wäre Marcel Platzek eine wertvolle Anspielstation gewesen, der die Kölner in Bewegung gehalten hätte.

Insgesamt ein glücklicher Sieg der Roten, aber wer fragt schon im neuen Jahr danach, wenn’s wieder losgeht.

 

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