Happos Westkurve die 128.zigste

Der Dezember 2017 ist ein besonderer Monat für Rot-Weiss Essen.

Ungeschlagen und ohne Gegentor. Das kann sich sehen lassen. Kein Fake, es ist die reinste Wahrheit. Dass die „Roten“ in diesem Zeitraum nur ein Pflichtspiel bestritten, kann getrost unterschlagen werden. Nichts ist leichter, als Stimmungen zu beeinflussen.

Auf erstklassigen Untergrund – dem Hybridrasen sei Dank – entwickelte sich im Kölner Franz-Kremer-Stadion ein Spiel auf mäßigen Niveau. Vierte Liga halt. Wie auch die Zuschauerzahl, knapp 600. Es ist nichts Anrüchiges dabei, es ist eben Realität. Erneut präsentierte sich die Giannikis-Elf taktisch diszipliniert, legte den Schwerpunkt zunächst auf Torsicherung. Ein Fehler der Kölner reichte aus, um in Führung zu gehen. Das nennt man Effektivität. So spielt eine Spitzenmannschaft. Man darf nicht alles ernst nehmen, was ich schreibe. Wenn am Ende aber ein Sieg (2:0) für RWE herausspringt, dann tut das der Freude keinen Abbruch. Mehr und mehr entwickelt sich die Mannschaft zu Minimallisten.

Sicherlich reißt diese Spielweise keinen Fußballfan vom Hocker, die eigene Anhängerschaft verfolgt das Geschehen auf dem Rasen allerdings etwas entspannter, als es noch vor einigen Wochen der Fall war. Ein guter Trainer holt das Beste aus dem vorhandenen Kader heraus, setzt die Spieler da ein, wo sie ihre Stärken besitzen und als Team funktionieren. Was nützt das attraktivste System, wenn es nicht umgesetzt werden kann? Der Vertrag mit Kautsch „Agi“ Giannikis wird schon bald verlängert werden. Alles deutet darauf hin.

Was offen ist, sind weitere Personalfragen. Wird der Kader noch ergänzt, vor allen Dingen verstärkt? Man befindet sich in der Sondierungsphase, nicht nur in Berlin. Ein Name macht derzeit die Runde – Tammo Harder. Nicht zu verwechseln mit dem leider viel zu früh verstorbenen „Knochenbrecher“, Tamme Hanken. Wenn er nicht alles verlernt hat, könnte der ehemalige Schalker und Dortmunder, demnächst beim geilsten Club wo gibt, landen.

Wen interessiert heute noch die Vergangenheit, wenn selbst Trainer, Fußball-Manager oder Spielerscouts die Vereine wechseln, wie ich die Unterhose. Am Ende bleiben immer nur die Fans, mal mehr, mal weniger. Oder das Volk, egal ob GroKo, Koko oder Soko. Die Welt ändert sich nicht, wohl aber die Wertvorstellungen. Nehmen wir die Pizza, früher als Mafia-Torte verschrien, heute Weltkulturerbe. Angie, noch so ein Beispiel. Früher der Startschuss zum Klammerblues, heutzutage muss ich an die Kanzlerin denken, wenn ich den Schmachtsong höre. Da gibt es nichts zu lachen.

Dagegen unterscheiden sich die Statements kurz vor Jahreswechsel nur in Nuancen von denen der vor 12 Monaten geäußerten. Alle Jahre wieder, hofft der RWE-Fan auf eine erfolgreichere Zeit, auf eine Erfolgsgeschichte für den Verein. Diesmal muss, diesmal wird es klappen. Nicht alles, aber vieles wird besser laufen! Fragen warten auf Antworten:  Wann endet die Amtszeit von Prof. Doc Welling? Holt sich dann der neue Vorsitzende, Markus Uhlig, einen Sportlich Verantwortlichen zur Seite? Macht Sportdirektor Jürgen Lucas weiter? Regnet es Geld?  Wir werden es erfahren. Geduld, Geduld. Eine Eigenschaft, die Rot-Weiss-Anhänger mitbringen müssen.

Geduld, Kraft und Mut, wünsche ich vor allen Dingen den Menschen, welche derzeit mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Hauptsache ihr kämpft! Es wird sich auszahlen, ganz sicher!

Gerade im Ruhrpott tummeln sich zahlreiche Traditionsvereine. Auch ich halte die Pflege von Traditionen für sehr wichtig. Also, bitte kauft ausschließlich rot und weiße Weihnachtsmänner, alles andere ist Kommerz, Leipziger Allerlei halt.

 Für mich persönlich wird sich einiges ändern, das ist beschlossene Sache. Offen ist, ob ihr die Kolumne weiter erdulden müsst. So oder so, ich danke Sie.   

 

der Happo – nicht der, aus den Kinderüberraschungseiern, sondern der Echte!

 

Der Artikel erschien unter dem Titel  „RWE hinterlässt zum Jahresausklang viele Fragen“ in der WAZ,  WP, und NRZ, Lokalteil Essener Sport

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