WSV gegen RWE – Kommentar von Happo

Die Fakten:
Endergebnis: 3:1
Halbzeit: 1:1

Tore: 0:1 Harenbrock (23.), 1:1 Wirtz (40.), 2:1 Wirtz (48.), 3:1 Wirtz (80.)

Zuschauer: 5647

Aufstellung: Heller – Malura (75. Urban) , Zeiger, Becker, Grund – Harenrock, Lucas (76. Jansen), Brauer Bednarski (85. Ngankam) – Pröger, Platzek.

Gelb: Uphoff, Windmüller, Topal, Dowidat, Pagano , Pytlik – Zeiger, Brauer, Malura

Gelb-rot: Upphof (46.) – Zeiger (65.)

 

Es ist der Wuppertaler SV, der in dieser Saison brutal klar aufzeigt, was der Mannschaft von Rot-Weiss Essen hauptsächlich fehlt:

Kampfgeist, Siegeswillen, Tempo!

Das Hinspiel am 06.08.2017 liegt mir immer noch schwer im Magen. Damals traf mich die Niederlage wie ein Keulenschlag, weil unvorbereitet. Diesmal war ich auf alles gefasst, trotz Trainerwechsel.  Und doch hatten wenige Worte von Karsten Neitzel ausgereicht, wieder mit etwas mehr Zuversicht nach Wuppertal zu düsen. Zudem, wenn CD fragt, wer kann da schon Nein sagen?!

Die beiden anderen Uralten vor Ort – Dirty Harry und Hybrid-Hürthi -waren leicht und locker unter den höchstens 500 angereisten RWE-Fans auszumachen. Eine alamierende, deprimierende Zahl.

Die WSV-Anhänger in Derbystimmung und eindeutig Herr im Hause.

Auf dem grünen Rasen ein anderes Bild. Das Spiel auf Augenhöhe, mit vielen Nickligkeiten und hart geführten Zweikämpfen. Oft zu hart. Insgesamt sechs gelbe Karten für die Heimelf, dreimal zeigte Schiri Maibaum den gelben Karton einem Essener Spieler. Wuppertals Uphoff sah kurz nach Wiederbeginn gelb-rot, Philipp Zeiger gut 20  Minuten später ebenfalls. Maibaum zog im April seine Linie konsequent durch, wobei er die Vorteilsregelung komplett ignorierte. Unter dem Strich, er war ein Unparteiischer im wahrsten Sinne des Wortes, hart aber fair.

Das Geschehen konzentrierte sich zwischen den Strafräumen. Selten wurde es vor den Toren gefährlich. Trotzdem, bereits in der Anfangsphase waren die Lücken unübersehbar, die sich auf den Außenbahnen der Essener Deffinsive auftaten. Die linke Abwehrseite um Kevin Grund war während der gesamten Spieldauer besonders löchrig.

Lediglich ein Kopfball von Bednarski in der 10.Minute kann, wenn ich es ganz großzügig bewerte, als Torchance bezeichnet werden. Dem Liebling der Uralt-Ultras, Cedric Harenbrock, war es vorbehalten, mit einem abgefälschten Schuss aus gut 18 Metern Entfernung, die ansonsten schweigenden RWE-Fans zum Jubeln zu animieren. 1:0 für Rot-Weiss. Immerhin.

Da der WSV bisher auch wenig Torgefahr ausstrahlte, stieg die Zuversicht, das Ding irgendwie nach Hause bringen zu können. Aber Pustekuchen. Mit einem zugegeben herrlichen Seitfall-Schuss, überwand Enzo Wirtz aus kurzer Entfernung den unsicher wirkenden Keeper Heller, und es hieß in der 40.Minute 1:1.

Beste Stimmung auf den gut gefüllten Rängen im Stadion am Zoo, die sich nach Wiederanpiff noch steigern sollte.

Wuppertal, trotz Unterzahl, mit weitaus mehr Biss, Einsatz und Zielstrebigkeit. Bereits zwei Minuten nach dem Platzverweis drang der WSV in den Sechzehner der Essener ein – Schuss – Heller lässt nach vorne abprallen – Wirtz staubt ab. Führung für den Gastgeber.

Essen schien geschockt und war es wohl auch.

Denn es lief so gut wie kein ernsthafter Angriff. Viel zu lahm tasteten sich die Roten nach vorne. Immer wieder brachen sie die zaghaften Vorstöße ab, spielten den Sicherheitspass, quer oder nach hinten. Leicht zu verteidigen, selbst in Unterzahl. Zeiger hatte ein Einsehen, foulte gelbwürdig und zweimal gelb ist einmal rot.

Platzek prüfte Wuppertals Keeper Wickl, der hielt glänzend. Zwei Minuten später entschärfte er einen Kopfball von Bednarski.

Wirtz, immer wieder Wirtz. Sein dritter Treffer besiegelte endgültig die erneute Niederlage von Rot-Weiss.

„WSV, WSV „, erschallte es von den Rängen. Verständlich. Verständlich auch, dass der Gästeblock sich weiter leerte.

Harenbrock mit einem fulminanten Schuss, Ngankam per Kopfball, hätten zwar noch verkürzen können, mehr aber auch nicht.

Wuppertal wollte den Sieg und bekam ihn, So spielt man Derby!

RWE anno April 2018? Mir fehlen die Worte. Und derzeit auch die Lust, mir am kommenden Sonntag in Köln erneut ein paar Ohrfeigen einzufangen. Denn nichts anderes empfinde ich nach dem wiederholt enttäuschenden Auftritt im Bergischen Land.

Bis später…. muss erstmal alles verdauen.

der Happo

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